Sturz Seians (18. Oktober 31 n. Chr.)

Am 18. Oktober 31 n. Chr. wurde im Senat in Rom ein langer Brief des Tiberius aus Capri verlesen. Der Brief lobte zunächst Seian und beschuldigte ihn dann des Verrats. Die Senatoren rückten von ihm ab. Die Garde, heimlich einem neuen Befehlshaber übergeben, nahm den Präfekten fest. Bald darauf wurde er getötet, und nach ihm seine Angehörigen und Anhänger.
Der Ablauf ist sicher, Cassius Dio beschreibt ihn. Als Tag wird auch der 16. Oktober genannt, und Tacitus (Annalen 6.25) nennt den 17. Oktober. Meist nimmt man den 18. an. Seians Ziele sind umstritten. Tacitus spricht vom Streben nach der Macht. Ein Teil der Forscher sieht den Plan einer Regentschaft über die Enkel des Kaisers.