Zwei Schlachten — Octavian, Antonius und Kleopatra: Krieg um die Welt

Bei Philippi stehen sich zwei Heere gegenüber. Antonius kämpft gegen Cassius, Octavian gegen Brutus. So schreibt es Plutarch und hält weiter etwas fest, das nicht zur Geschichte eines Siegers passt: In der ersten Schlacht wurde Octavian von Brutus völlig geschlagen, verlor sein Lager und entkam den Verfolgern nur mit knapper Not, indem er sich heimlich davonmachte.

Sueton bestätigt: Von einer Krankheit geschwächt, ließ sich Octavian aus dem Lager drängen und entkam mit Mühe zur Abteilung des Antonius. Octavian selbst stellte es in seinen Memoiren anders dar: Er habe das Lager vor der Schlacht verlassen, weil ein Freund einen Traum gehabt habe. Die Memoiren sind nicht erhalten. Die Geschichte vom Traum kennen wir von Plutarch und von Sueton, der hinzufügt, der Traum habe Octavian gerettet: Die Feinde stachen auf seine leere Sänfte ein (Augustus 91).

Antonius besiegt unterdessen Cassius. Plutarch fügt hinzu, manche Autoren behaupteten, Antonius sei in dieser Schlacht gar nicht dabei gewesen und erst gekommen, als seine Leute den Feind schon verfolgten. Cassius, der nicht weiß, dass Brutus gesiegt hat, lässt sich von seinem Freigelassenen Pindarus töten. Einige Zeit später folgt die zweite Schlacht, und der geschlagene Brutus nimmt sich das Leben. Plutarch fügt hinzu, dass Antonius die Lorbeeren erntete, weil Octavian krank war.

Mit den Soldaten gibt es Ärger. Das im Krieg versprochene Geld muss ausgezahlt werden, und das Land für die Veteranen muss man fremden Äckern abnehmen. Appian hält fest, die Verteilung des Landes und die Gründung von Kolonien seien eine ungeheuer schwierige Aufgabe gewesen: Die Soldaten forderten die ihnen vor dem Krieg versprochenen Städte, die Städte wollten, dass die Last auf ganz Italien verteilt werde, und Geld war keines da. Lepidus, des Verrats beschuldigt, verliert seine Provinzen, doch als Octavian die Anklage für unbegründet erklärt, erhält er dafür Afrika. Octavian verkauft auch den Rest des beschlagnahmten Vermögens.

Den Sieg nutzte Octavian nicht milde. Sueton schreibt, gegenüber den angesehensten Gefangenen sei er unbarmherzig gewesen und habe ihnen nicht einmal Schmähungen erspart. Die Rache für den Onkel ist vollzogen, aber noch spricht niemand laut darüber. Man spricht darüber, wer was bekommt.

Die Aufteilung ist einfach, aber teuer. Octavian kehrt nach Italien zurück, um das Land unter die Soldaten zu verteilen und Kolonien für die Veteranen zu gründen. Wegen seiner Krankheit übernimmt er diese Aufgabe allein. Antonius zieht nach Griechenland und Asien, um das den Soldaten versprochene Geld einzutreiben: fünfhundert Drachmen pro Kopf, wie Plutarch festhält. Die Provinzen teilen sie wie zuvor auf, den Anteil des Lepidus behalten sie für sich.

In Griechenland verhält sich Antonius zumindest anfangs so, dass die Griechen ihn mögen. Er hört Vorlesungen, sieht sich Spiele und Kulte an und ist vor Gericht nachsichtig. Er hört es gern, wenn man ihn Philhellenen nennt. In Asien wetteifern Könige und ihre Frauen mit Geschenken für ihn, und er kehrt zu seinen alten Vergnügungen zurück.

Der eine bekommt den Westen und die undankbare Aufgabe, Veteranen auf fremdem Land anzusiedeln. Der andere bekommt den Osten, und mit ihm Reichtum und Könige vor seiner Tür. Wer wird dabei gewinnen?

Verwandte Themen

Ereignisse

Personen

In der App lernen