Eleasar ben Ja’ir (gest. 73 oder 74 n. Chr.)

Anführer der Sikarier, der radikalen Partei des Aufstands, die selbst Juden, die zu einem Ausgleich mit Rom bereit waren, als Feinde behandelte. Flavius Josephus schreibt, er sei ein Nachkomme jenes Judas des Galiläers gewesen, der einst seine Landsleute aufgefordert hatte, Rom keine Steuern zu zahlen. Die Sikarier besetzten Masada, die Festung des Herodes über dem Toten Meer, und hielten sie noch nach dem Fall Jerusalems. Als der Statthalter Flavius Silva eine Rampe aufschüttete und die Mauer brach, wählten die Verteidiger den Tod statt der Sklaverei. Josephus legt Eleasar zwei große Reden in den Mund; die Forschung hält sie für eine Komposition des Historikers, denn antike Autoren schrieben ihren Helden die Reden selbst. Nur zwei Frauen und fünf Kinder, unter der Erde versteckt, überlebten. Er erscheint in der Folge über Vespasian, im Kapitel „Die Festung auf dem Felsen“.