Lucius Flavius Silva (Statthalter von Judäa um 73–⁠74 n. Chr.)

Büste eines Mannes der flavischen Zeit (81–96 n. Chr.): Marmor. Ein Bild der Epoche; ein Porträt dieser Person ist nicht erhalten.

Lucius Flavius Silva übernahm Judäa nach dem Tod des Lucilius Bassus. Das Land war bereits unterworfen, nur Masada leistete noch Widerstand. Silva sammelte sein Heer, umgab den Felsen mit einer Mauer, damit niemand entkommen konnte, und legte ringsum Lager an. Wasser und Lebensmittel mussten von weit her getragen werden, weil es in der Nähe keine Quelle gab. Mit der X. Legion schüttete er auf einem Felssporn, der Weißen Klippe, eine Rampe auf, stellte darauf einen mit Eisen beschlagenen Turm und brach die Mauer mit einem Rammbock. Die Verteidiger bauten dahinter eine zweite aus Holz und Erde; Silva ließ sie in Brand setzen. Nach der Eroberung ließ er eine Besatzung in der Festung zurück und kehrte nach Caesarea zurück. Rampe und Lagerspuren sind bis heute sichtbar, und eine Inschrift aus seiner Heimatstadt Urbs Salvia erlaubt es, den Fall Masadas auf 73 oder 74 n. Chr. zu datieren. Er erscheint in der Folge über Vespasian, im Kapitel „Die Festung auf dem Felsen“.

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