Das Jahr der fünfzehn Monate — Caesar III: Die Iden des März
Von Alexandria zieht Caesar nach Osten, wo Pharnakes römische Truppen aufreibt. Er kommt, siegt und schreibt einem Freund in Rom drei Worte.
Es bleibt der Krieg gegen jene, die aus Pharsalos geflohen sind. In Afrika sammeln sich Scipio und Cato mit König Juba. Caesar siegt 46 bei Thapsus. Cato stirbt lieber, als Gnade von Caesar anzunehmen. Caesar sagt: Ich beneide dich um diesen Tod, denn du hast mich darum beneidet, dass ich dich retten durfte.
Der letzte Krieg, in Spanien bei Munda im Jahr 45, ist für ihn der gefährlichste. Sein eigenes Heer wankt. Caesar läuft durch die Reihen und fragt geradeheraus, ob sie sich nicht schämten, ihn in die Hände von Knaben auszuliefern, also der Söhne des Pompeius. Er siegt mit Mühe. Danach sagt er seinen Freunden, um den Sieg habe er oft gekämpft, aber heute zum ersten Mal um sein Leben.
Im Jahr 46 sieht Rom vier Triumphzüge in einem Monat: über Gallien, Ägypten, Pontos und Afrika. Beim gallischen Triumph bricht die Achse von Caesars Wagen, und am Abend zieht er im Licht von Lampen auf das Kapitol ein, die vierzig Elefanten tragen. Hinter dem Wagen gehen Gefangene. Dio schreibt, die Römer habe der Anblick Arsinoës bewegt, der Schwester Kleopatras, die in Ketten geführt wurde. Sie wurde freigelassen. Vercingetorix, der sechs Jahre zuvor zu Caesars Füßen gesessen hatte, wurde hingerichtet. Am meisten missfällt den Römern der Triumph nach Munda: Diesmal feiert Caesar den Untergang der Söhne des mächtigsten Römers.
Und nun etwas, das du aus deinem eigenen Alltag kennst: den Kalender. Das alte römische Jahr ist ein Mondjahr und muss ständig geflickt werden. Das tun die Priester, die Monate und Tage nach Belieben einschieben. Plutarch schreibt, nur sie hätten den richtigen Termin gekannt und zur Verblüffung aller plötzlich einen zusätzlichen Monat ausgerufen. Die Folge, die Sueton erwähnt: Die Erntefeste fallen nicht in den Sommer und die Weinlese nicht in den Herbst.
Caesar befragt die besten Philosophen und Mathematiker. Nach Dio nimmt er sich Alexandria zum Vorbild, wo das Jahr nach der Sonne gezählt wird. Er legt das Jahr auf 365 Tage fest und fügt alle vier Jahre einen Tag hinzu. Damit ab dem 1. Januar alles stimmt, schiebt er zwischen November und Dezember zwei zusätzliche Monate ein. Das Jahr 46 dauert also fünfzehn Monate, den alten Schaltmonat eingerechnet.
Cicero spottet: Als jemand sagte, morgen gehe die Leier auf, entgegnete er: Ja, laut Dekret. Solche Scherze sind der Preis einer Macht, die per Dekret sogar den Himmel regelt. Der Monat seiner Geburt erhält später seinen Namen. Es ist unser Juli. Und den Kalender, mit einer Korrektur aus dem 16. Jahrhundert, hat heute jeder von uns an der Wand.
Der Kalender ist erst der Anfang. Caesar senkt die Schulden um etwa ein Viertel. Ärzte und Lehrer in Rom bekommen das Bürgerrecht. Achtzigtausend Bürger ziehen in Kolonien jenseits des Meeres, unter anderem in das wiederaufgebaute Karthago und Korinth.
Am meisten erstaunt jedoch seine Milde. Brutus und Cassius, die auf der Seite des Pompeius gekämpft hatten, werden Prätoren. Die Statuen des Pompeius, vom Volk gestürzt, lässt Caesar wieder aufstellen. Cicero sagt, indem er sie aufstellte, habe Caesar seine eigenen gefestigt. Rom beschließt ihm einen Tempel der Milde.
Freunde bitten ihn um eine Leibwache. Caesar lehnt ab: Besser einmal sterben, als ständig auf den Tod zu warten. Er entlässt sogar die spanischen Soldaten, die ihn bis dahin geschützt hatten.
So sieht ein Mann auf dem Gipfel aus. Wer wird ihn zerstören? Nach Plutarch schadeten ihm vor allem die Schmeichler. Die Senatoren überbieten sich mit Ehren für Caesar, bis sie selbst für maßvolle Bürger unerträglich werden. Plutarch fügt hinzu, Caesars Feinde hätten den Schmeichlern geholfen, um möglichst viele Vorwände zu haben.