Marcus Salvius Otho (32–69 n. Chr.)

Otho gehörte zu den engsten Gefährten Neros. Er verführte Poppaea, damals die Frau des Rufrius Crispinus, und überredete sie, ihren Mann zu verlassen (Plutarch, Galba 19; Tacitus, Annalen 13.45). Als der Kaiser sie für sich begehrte, wurde Otho Statthalter Lusitaniens, was Sueton eine Verbannung unter dem Anschein einer Ehre nennt. Zehn Jahre lang regierte er dort mit Mäßigung und Redlichkeit (Sueton, Otho 3; Tacitus, Annalen 13.46). Dio schreibt, er habe Nero einmal angekündigt, dieser werde ihn als Caesar sehen, und Nero habe geantwortet, er werde ihn nicht einmal als Konsul sehen (61.11).
Im Jahr 68 unterstützte er als erster Statthalter Galba und rechnete mit einer Adoption. Als Galba Piso wählte, bestach Otho einen Teil der Garde. Am 15. Januar 69 riefen die Prätorianer ihn zum Kaiser aus, und Galba und Piso kamen auf dem Forum um.
Er ließ sich Nero nennen und stellte die Statuen der Poppaea wieder auf (Tacitus, Historien 1.78). Den Krieg gegen Vitellius verlor er in der Schlacht bei Bedriacum, obwohl er selbst nicht mitkämpfte. Er hatte noch ein Heer, beendete den Krieg aber, damit keine Römer mehr starben. Am 16. April 69 nahm er sich in Brixellum das Leben. Tacitus schreibt, mit zwei Taten, einer schändlichen und einer herrlichen, habe er ebenso viel Schande wie Ruhm verdient (Historien 2.50).
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